SonderkonzerteBILDER EINER AUSSTELLUNGFamilienkonzert Modest Mussorgsky (1839 – 1881) BILDER EINER AUSSTELLUNG (Orchesterfassung von Maurice Ravel) Olga Dribas, Klavier Modest Mussorgsky war auf dem Gebiet der Instrumentation ein eher Ungewöhnlicher. Nicht zuletzt deshalb sind die suitenartig aneinandergereihten Gemäldebeschreibungen BILDER EINER AUSSTELLUNG im Original eine Klavierkomposition. Der Kunst Maurice Ravels verdanken wir es, dass diese Klavierstücke in eine teils schillernde, teils düstere, großartige Orchesterpartitur umgesetzt wurden. Die Uraufführung des im Auftrag von Sergei Koussevitzky geschriebenen Werkes war 1922 in Paris. Mussorgsky hatte seinem Freund Vladimir Stasow an irgendeinem Tage im Juni 1874 aus St. Petersburg von seiner Arbeit an einigen Klavierstücken geschrieben, deren thematische Grundlage Bilder von Viktor Hartmann sein sollten. Hartmann brennt mit dem gleichen inneren Feuer wie damals Boris. Die Klänge und die Idee liegen in der Luft; ich atme sie und greife sie in solcher Fülle auf, daß ich es kaum zu Papier zu bringen vermag. Ich schreibe vier Nummern mit guten Übergängen (gemeint ist die Promenade) und will es so gut und stetig machen wie möglich. Meine Gestalt tritt in den Zwischenspielen hervor. Bis jetzt halte ich es für gelungen. Mussorgsky gestaltete die Inhalte der Bilder sehr frei nach den Vorlagen, von denen nur noch wenige erhalten geblieben sind. Erhalten geblieben sind: Der Kostümentwurf zu TRILBY, zwei einzelne Zeichnungen polnischer Juden, die Zeichnung Hartmanns in den Pariser Katakomben, die Uhr, die zur Hütte der Baba-Jaga wurde, und das GROSSE TOR VON KIEW. Andere haben mit unterschiedlichem Erfolg versucht, diese Suite zu orchestrieren, aber es ist Ravels Version, die immer wieder für sich einnimmt, begeistert und Assoziationen weckt. Stasow, der Organisator der Ausstellung, die ein Jahr nach Hartmanns Tod in St. Petersburg stattfand, erklärte, dass die Zwischenspiele oder Promenaden Mussorgsky selbst darstellen, wie er bald schlendernd, bald rasch an ein Bild herantretend, das sein Interesse geweckt hat, durch die Galerie streift und dabei manchmal traurig an seinen verstorbenen Freund denkt. Konzerttermin So., 16. Januar 2011, 10 Uhr, Theater Görlitz |
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