Kulturhauptstadt Europas 2010

Schauspiel

DAS KÄTHCHEN VON HEILBRONN oder DIE FEUERPROBE

Schauspiel in fünf Akten von Heinrich von Kleist
Zum 200. Todestag von Heinrich von Kleist

Inszenierung des Theaters Zittau

Premiere am Sa., 23. April 2011

Er war einer der größten und kühnsten, höchstgreifenden Dichter deutscher Sprache, ein Dramatiker sondergleichen […] völlig einmalig, aus aller Hergebrachtheit und Ordnung fallend, radikal in der Hingabe an seine exzentrischen Stoffe bis zur Tollheit, bis zur Hysterie, - allerdings tief unglücklich, … von psychogenen Krankheiten niedergeworfen alle Augenblicke und zu frühem Tode bestimmt.
Thomas Mann über Heinrich von Kleist, Vortrag in Zürich, 30. November 1954

Am 21. November 2011 jährt sich der Todestag des Dichters Heinrich von Kleist zum 200. Mal. Seine außergewöhnlichen Werke haben bis heute nichts von ihrer Faszination verloren und sind nach wie vor ein wichtiger Teil des kulturellen Lebens der Gegenwart.
Kleists  in Dresden entstandenes Drama DAS KÄTHCHEN VON HEILBRONN spielt in einem romantisierten Mittelalter. Es beschreibt eine zu gänzlicher Hingabe fähige Titelheldin, deren innerstes Gefühl jeder Gefährdung trotzt. Ein "romantisches" Märchen um eine unbedingte und grenzenlose Liebe.

Zwei Frauen kämpfen um einen Mann, die eine – Kunigunde von Thurneck – mit oberflächlicher Schönheit, die andere – Käthchen – mit tiefem Gefühl. Durch einen Sprung aus dem Fenster flieht das fünfzehnjährige Käthchen und bricht mit ihrem bisherigen Leben. Sie lässt alles hinter sich, um ihrem Traum zu folgen: dem jungen Grafen Friedrich Wetter vom Strahl. Dieser träumt auch, aber davon, eine Kaisertochter zu ehelichen. So glaubt Strahl in der standesgemäßen Kunigunde von Thurneck die ihm im Traum geweissagte Braut gefunden zu haben. Er bittet sie, entgegen seines Gefühls und von ihrer Heuchelei geblendet, ihn zu heiraten. Erst durch eine »Feuerprobe« erkennt der Graf langsam die Wahrheit.

Dem Zuschauer stellen sich zahlreiche Fragen: Können wir unseren Sinnen trauen? Was ist Schönheit? Was kann uns blenden? Inwieweit bestimmt gesellschaftlicher Status unser Leben? Hass, Rache, Irreführung, aber auch Liebe, Hingabe und plötzliche Selbsterkenntnis sind Teil dieses zauberhaften Spieles zwischen Illusion und Wirklichkeit.

Das Leben ist ein schweres Spiel, weil man beständig und immer von neuem eine Karte ziehen muss und doch nicht weiß, was Trumpf ist.
Heinrich von Kleist, Brief an Ulrike, 5. Februar 1801

Vorstellungstermine

Sa., 23. April 2011, 19.30 Uhr - Görlitzer Premiere
Fr., 29. April 2011, 19.30 Uhr
So., 8. Mai 2011, 15 Uhr
Sa., 21. Mai 2011, 19.30 Uhr

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